Dsungarische Zwerghamster 

 

Mehr über das Verhalten, die artgerechte Haltung und Ernährung dieser niedlichen Winzlinge lesen Sie bitte nach den Fotos.  

Hier sieht man etwa wie winzig die Kerlchen sind.
Hier sieht man etwa wie winzig die Kerlchen sind.

Der Roborowski-Zwerghamster (Phodopus roborovskii) ist eine zu den Kurzschwanz-Zwerghamstern gehörende Art der Hamster. Er bewohnt die Wüstensteppe Gobi und angrenzende Wüstenregionen des nördlichen Chinas und der Mongolei, ist nicht im Bestand gefährdet und wird zunehmend als Heimtier gehalten.

Seine Kopf-Rumpf-Länge beträgt etwa sieben Zentimeter, das durchschnittliche Körpergewicht der Männchen etwa 23,5 Gramm und das der Weibchen etwa 20 Gramm. Das weiche Fell der Oberseite ist hellbraun bis grau, das der Unterseite weiß. Über jedem Auge befindet sich ein markanter weißer Fleck. Ein Aalstrich ist nicht vorhanden.

Der Roborowski-Zwerghamster bewohnt ausschließlich Sandgebiete mit spärlichem Pflanzenbewuchs und ernährt sich hauptsächlich von Pflanzensamen. Sein selbstgegrabener Bau besteht meist aus einer einfachen Röhre mit einer Nestkammer. Er ist ganzjährig und hauptsächlich in der Dämmerung aktiv, im Winter jedoch weniger.

Von April bis September bringen die Weibchen nach einer Tragzeit von je etwa 21 Tagen drei bis vier Würfe mit durchschnittlich 4,5 Jungtieren zur Welt. Diese sind nach etwa 19 Tagen geschlechtsreif und beginnen nach zwei Monaten sich fortzupflanzen. Die Lebenserwartung in der Natur beträgt bis zu eineinhalb Jahre.

5.4.11
5.4.11

 

 

 

 

Eigenschaften

Der bekannteste Zwerghamster ist in Deutschland sicherlich der Dsungarische Zwerghamster. Der nur 7-10 cm große Hamster wird seit Jahrzehnten erfolgreich in Menschenhand gepflegt und besitzt in den meisten Fällen ein zutrauliches Wesen.

 

In den Steppengebieten Asiens ist diese Hamsterart im Winter auch Eis und Schnee ausgesetzt und ändert dort zur besseren Tarnung seine Fellfarbe von graubraun über weiß gefleckt bis fast ganz weiß (der Aalstrich bleibt erhalten). Daneben existieren mitt- lerweile auch unterschiedliche Zuchtformen: Saphir (blaugrau) und Pearl (weiß).

 

Farbschläge (Fotos) weitere Informationen...

 

Die 1773 von Pallas südlich des Flusses Irtisch in der damaligen Soongarischen (Dsungarischen) Steppe entdeckten Tiere werden in menschlicher Obhut etwa 2½ Jahre alt.

 

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern wird am Abstand von Geschlechtsöffnung und Anus deutlich. Bei Männchen ist dieser größer als bei Weibchen. Erwachsene Männchen erkennt man auch am Hodensack.

 

Dsungarische Zwerghamster reagieren sehr empfindlich auf Zugluft und staubige Einstreu (Augenentzündungen)

 

Haltung

Der Dsungarische Zwerghamster ist wie alle Hamsterarten ein solitär lebendes Tier, auch wenn sich diese Zwerghamsterart unter Umständen auch längere Zeit lang in Gruppen verträgt. Die "Dsungis" lieben es in einem möglichst großen Käfig umherzuflitzen und über dicke Wurzeln und Korkröhren zu klettern. Dabei kann man immer wieder beobachten wie sie auf eine kleine Anhöhe flitzen und von dort mit einem kleinen Satz herunterspringen. Sie klettern auch gerne an den Gitterstäben des Käfigs bis unter die Decke empor und lassen sich von dort aus fallen. Aus diesem Grund sollte man bei der Käfigeinrichtung darauf achten, dass die kleinen Hamster nicht tiefer als 20-25 cm fallen können.

 

Der Käfig sollte mindestens 50 x 80 cm groß, und nicht zu hoch sein. Man kann ihn mit Klettermöglichkeiten aus Keramik und Kork versehen, da die Tiere gerne auf eine kleine Anhöhe klettern. Im Käfig sollte es eine Ecktoilette geben die die Tiere aufsuchen um Pipi zu machen. Ein Häuschen mit mehreren Kammern mit abnehmbarem Dach ist sinnvoll, da man so das Nest auf verdorbene Futter- reste hin untersuchen kann ohne das Tier unnötig zu stören.

 

Da der Dsungarische Zwerghamster empfindlich auf Staub reagiert, sollte man Hanfstreu der normalen Sägespäne-Einstreu vorziehen, da die Hamster sonst mit Augenentzündungen reagieren können, die nur schwer zu kurieren sind. Zudem ist ein Sandbad für die Fellpflege sehr zu empfehlen.

 

Ernährung

Die Dsungarischen Zwerghamster suchen sich in der Natur kleine Saaten, etwas Obst, Insekten und ihre Larven sowie Kräuter und Gräser. Der Hauptanteil ihres Futters besteht aller- dings in einer Saatmischung. In ihrem Bau legen sich die Tiere einen Vorrat an, der zum Teil auch von anderen Tieren und Artgenossen die in den Bau eindringen gestohlen wird. Deshlab existieren in der Regel mehrere Vorratsplätze in unter- schiedlichen Bauten die wehemend verteidigt werden.

 

Im Gegensatz zu den Verhältnissen in der Natur findet der Zwerghamster meist ein Überangebot an Futter vor. Deshalb ist es sehr wichtig, dass das Zwerghamsterfutter die richtige Zusammensetzung hat. Fettreiche Saaten (wie z.B. Sonnen- blumenkerne) sollten kaum oder gar nicht im Futter vorkommen, damit die Tiere nicht verfetten.

 

Da alle Zwerghamster tierisches Eiweiß und Vitamin E benötigen sollte beides bereits im Hauptfutter enthalten sein. Ist dies nicht der Fall, so kann man Quark und Gemüse zufüttern.

 

Zu einer ausgewogenen Zwerghamsterernäh- rung zählt neben einem guten Hauptfutter (für Zwerghamster) auch frisches oder getrock- netes Gemüse (je nach Jahreszeit) sowie Kräuter die den Rohfaseranteil der Nahrung erhöhen (besonders bei Tieren die älter als ein Jahr sind).

 

Dsungis brauchen nur wenig Futter, aber das gilt eigentlich für alle Zwerghamster. Sie sind einen Lebensraum mit nur kargem Nahrungs- angebot gewohnt. In Gefangenschaft werden diese Tiere eher zu fett, als dass sie zu kurz kommen.

 

Man kann den Nahrungsbedarf messen indem man eine bestimmte Menge (abgewogen) in den Futternapf legt und am nächsten Morgen ins Häuschen schaut wo das überschüssige Futter (Meistens in einer Ecke) gehamstert wurde. Nimmt man das Futter vorsichtig heraus und wiegt es ab, so kann man feststellen wie viel der Hamster tatsächlich gebraucht hat. Das sollte man an mehreren verschiedenenen Tagen wiederholen und einen Durchschnittswert ermitteln.

 

Ein speziell auf die Ernährungsbedürfnisse dieser Zwerghamster zugschnittenes Futter ist das Zoodi Phodopia Zwerghamsterfutter:

 

 

Verhalten

Wann sich der Dsungarische Zwerghamster aus seinem Versteck wagt, ist variabel: Manchmal ist er nur nachts aktiv, es kann aber auch sein, dass er sich nur tagsüber zeigt und manchmal sieht man ihn sowohl tagsüber als auch nachts in Aktion.

 

Dsungaren sind eher ruhige Tiere. Sie sind aber genauso flink wie Chinesische Streifenhamster oder Roborowski Zwerghamster, nur erscheinen sie etwas überlegter in ihrem Verhalten. Vielleicht ist dies ein Grund für ihre Beliebtheit.

 

Gerüche sind ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation dieser Tiere untereinander und auch mit ihrem Besitzer. Dsungaren haben Duftdrüsen am Bauch, mithilfe derer sie ihr Revier markieren. Die Duftdrüsen erkennt man an der Fellverfärbung an diesen Stellen. Anhand dieser Gerüche können die Tiere sich gegenseitig identifizieren. Sie erkennen sich weder optisch noch akustisch.

 

Umgang mit dem Zwerghamster

Es ist sehr wichtig, sich dem Tier nie von oben, sondern immer auf Augenhöhe zu nähern. Ab und zu beißen die Tiere, was aber nicht weiter verwunderlich ist, schließlich haben die kleinen Nager in der Natur viele Feinde und ihre Zähnchen sind ihre einzige Waffe. Ein Dsungare muss deshalb erst lernen, dass sein Besitzer ihm nichts Böses will. Dies erreicht man am besten, indem man dem Hamster möglichst oft eine Hand mit Futter hinhält und sich ihm ruhig nähert.

 

Wenn man einen Dsungaren hochnehmen möchte, formt man die eine Hand wie eine Schale, setzt den Hamster hinein und hält die andere Hand vorsichtig über das Tier. Dies ist besonders wichtig, damit der Hamster nicht aus der Hand springt, denn meistens haben die Tiere kein Gefühl für Höhe. Auch einen Hamster, der nicht zahm ist, kann man aus dem Käfig nehmen. Man stellt hierzu ein kleines Döschen oder Kästchen mit dazu passendem Deckel in den Käfig und füllt dieses mit einigen Leckerbissen. Nur wenige Hamster können der Verlockung wiederstehen, diese Häppchen zu inspizieren, sodass man sie in dem Behältnis problemlos aus dem Käfig nehmen kann. Mit dem Deckel sollte man die Dose beim Hochheben leicht abdecken (nicht verschließen) damit der kleine Zwerghamster nicht unversehens wieder aus der Dose springt.

 

Woher stammt der Name?

Dsungarische Zwerghamster findet man in der Natur z.B. in Kasachstan, China und der Mongolei. Ihren Namen haben die Tiere von einem Gebiet in Asien, der sogenannten Dsungarei.