Kein Platz für Langeweile
Meerschweinchen brauchen Raum und Abwechslung


Das Leben eines Meerschweinchens in einem kleinen Käfig und ohne viel Abwechslung ist traurig, einsam und deshalb nicht tierschutzgerecht. Immer noch werden Meerschweinchen mitunter als anspruchslose Einstiegstiere für Kinder beworben, ohne auf die Bedürfnisse der kleinen Nager aufmerksam zu machen.

Deshalb rät TASSO e.V.: Informieren Sie sich immer vor der Anschaffung eines Tieres umfassend über dessen Bedürfnisse und Haltungsansprüche. Bei der Anschaffung sollte der Gang zum Tierheim die erste Wahl sein. Besuchen Sie auch shelta, das Online-Tierheim von TASSO. Bedenken Sie außerdem, dass Meerschweinchen bis zu zehn Jahre alt werden können, und Sie folglich für diesen Zeitraum eine Verantwortung haben.

Passende Gesellschaft ist ein Muss

Meerschweinchen sind keine Einzelgänger. Für ein artgerechtes Leben brauchen sie unbedingt die Gesellschaft von Artgenossen. Häufig wird einem Meerschweinchen ein Kaninchen zur Seite gestellt. Eine solche Verbindung macht jedoch weder das Meerschweinchen noch das Kaninchen glücklich: Aufgrund von unterschiedlichen Kommunikationsarten können sich die Tiere nicht miteinander verständigen. Nur in der Gesellschaft von anderen Meerschweinchen kann ein Sozialgefüge gelebt werden, das den kleinen Nagern gerecht wird. Halten Sie deshalb den Tieren zuliebe immer mindestens zwei Meerschweinchen zusammen.

Raum für Bewegung

Meerschweinchen bewegen sich gerne. Handelsübliche Käfige sind jedoch mehr auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet, als auf die der Tiere und somit in der Regel zu klein. Stellen Sie jedem Meerschweinchen mindestens einen Quadratmeter Grundfläche in seiner Behausung zur Verfügung. Diese Grundfläche können Sie zudem durch den Einbau von Etagen in die Höhe erweitern. Das Gehege sollte mit dunklen Ruheplätzen, Unterschlupfen sowie Laufbereichen, die ihrerseits mit beispielsweise Halbröhren aus Pappe, Ton oder Kork ausgestattet sind, strukturiert werden. Auch brauchen die quirligen Nager einen stets erreichbaren Raum zum Freilauf: Grenzen Sie hierzu einen am Käfig anliegenden Bereich einfach ab, oder lassen Sie den Tieren vielleicht sogar Zutritt zum gesamten Zimmer. Handwerklich Begabte können beispielsweise einen mindestens 80 cm tiefen Kleiderschrank oder eine Regalwand zu einem riesigen Gehege umbauen und ihren Meerschweinchen somit eine abwechslungsreiche Umgebung bieten. Auch Außenhaltung ist möglich. Wie auch immer Sie sich entscheiden: Ihre Meerschweinchen brauchen mehrere Stunden am Tag Freilauf.

Bewegung für Körper und Geist


Meerschweinchen sind intelligent und brauchen Beschäftigung. Während Tiere in freier Wildbahn ihr Futter selbständig suchen, ist das Leben eines Haustieres mit stets vollem Napf zwar luxuriös, aber auch langweilig. Deshalb kann es für Ihre Meerschweinchen interessant sein, sich ihr Futter erarbeiten zu müssen. Einen besonders ausgeprägten Spieltrieb, wie beispielsweise bei Hunden, findet man bei ihnen in der Regel jedoch nicht. Dennoch lohnt es sich, Bewegung in den Alltag einzubauen, und den aufgeweckten Nagern auf diese Weise eine ordentliche Portion Training für Geist und Körper zu verschaffen. Selbstverständlich beruht das Spielangebot auf Freiwilligkeit und darf nicht erzwungen werden.

Mit kleinen, gesunden Leckereinen können Sie Meerschweinchen meist recht einfach beschäftigen: Legen Sie das Futter beispielsweise in eine Küchen- oder Toilettenpapierrolle, aus der die Tiere es herausholen müssen. Ob sie die Rolle kippen oder mit der Schnauze reingreifen, bleibt ihnen überlassen. Sie können das Spiel variieren, indem Sie die Rolle fixieren oder an einer Seite schließen. Auch ein zusammengeknülltes Blatt Papier, in dem Sie ein Leckerli verstecken, ist eine gute Möglichkeit, die kleinen Nager auf Trab zu halten. Wer einen ausgedienten Karton zur Hand hat, kann ihn gerne mit Heu und Gemüsestückchen befüllen, einen Eingang und einen Ausgang hineinschneiden. Es wird nicht lange dauern und Sie können beobachten, wie sich die Meerschweinchen ihrer Nase folgend hindurchwühlen. Kreative Tierhalter können auch ein Labyrinth aus Holzlatten errichten: Darin versteckte Leckerlis entdecken Meerschweinchen auf spielerische Art.

Auch der Tierbedarfshandel bietet eine Fülle an Möglichkeiten: Beispielsweise eignen sich kleine Futterbälle nicht nur als Spielzeug für Katzen. Auch manch ein Meerschweinchen wird ihn vor sich her rollen, um an die herausfallenden Gemüsestückchen zu kommen.

Nicht immer sind Leckerlies notwendig, um Meerschweinchen zum Spielen zu animieren. Die neugierigen Tierchen nehmen in der Regel alles an, was neu und ungewohnt ist. Statten Sie die Umgebung einfach mit vielen
interessanten Gegenständen wie Wippen, Ästen oder Tunnel aus. Stellen Sie verschiedene Gefäße mit jeweils mehreren Öffnungen im Raum auf, denn Meerschweinchen bewegen sich gerne von Unterschlupf zu Unterschlupf.

Aber Vorsicht: Achten Sie immer darauf, dass Ihre Meerschweinchen nicht mit gefährlichen Stoffen in Berührung kommen. Beispielsweise können aufgrund von Giftstoffen nicht alle Äste angeboten werden. Äste vom Apfel- oder Birnbaum sind in der Regel ungefährlich – vorausgesetzt, sie sind frei von Pestiziden.

TASSO wünscht Ihnen und Ihren Meerschweinchen viel Spaß!

  © Copyright TASSO e.V.