3 Jahre ist es her: 


Pünktlich zu Nikolaus 2017!

 

Silke Walther hat die Fortsetzung ihres ehemaligen Sorgenkinds und heutigen Helden „der kleine Lord“ geschrieben. Pünktlich zu Nikolaus 2017!

 

6.12.2017 Foto Armin Panzer
6.12.2017 Foto Armin Panzer

 

Was wurde aus…………??

 

                               Der kleine Lord Weihnachten 2014       Teil 2

Liebe Tierfreunde,

 

wer mich bereits aus dem Tierheimheft 2015 kennt, weiß: Einfach ist nicht! Nochmal kurz zum Anfang. (Die ganze traurige Geschichte ist unten nochmal nachzulesen).

 

Ich wurde am 23.12.2014 auf einer Plattform mit 4 Buchstaben gekauft und  landete keine 24 Stunden später im Tierheim Kitzingen und das mit ca. 5 Wochen.

 

Meine Helden waren sofort zur Stelle. Die Spezialpflegefamilie für alle Notf(ä)elle mit ganz vielen 

 4 Beinern, sei es Hunde, Katzen, Hasen, Meerschweinchen, Maus und Fische   und natürlich die Kinder. Wo die wohl alle herkamen? Egal, es war Weihnachten  und alle haben mich sofort angenommen, an so einem Tag, was sonst.

 

 Es sollte eine lange Reise für mich werden. Es kam, wie es kommen musste, mir  ging es bald ganz schlecht. Fieber, Durchfall, Appetitlosigkeit, Erbrechen das ganze Programm.

 

Ich wurde Tag und Nacht nur noch am Körper getragen, weil ich meine Körpertemperatur nicht halten konnte. Doch wir kämpften alle, Tag und Nacht bis ich alles überstanden hatte und was ein Dackel-Mix ist, hat einen starken Kopf und Lebenswillen.

 

Und wie stark. Endlich ging es mir gut und was soll ich sagen, es konnte natürlich nicht die richtige Familie gefunden werden, weil ich hatte sie ja schon, sie wusste es nur noch nicht so gleich. Aber nach einer Weile hatte sie es verstanden, wie schon so öfter, vor allem, weil viele unserer Pflegegäste egal ob jung, alt, groß oder klein, sehr pflege- und kostenintensiv  bleiben und dafür tolle Menschen zu finden,  die mit den Besonderheiten klar kommen ist sehr, sehr schwer und somit sind wir eine sehr große Familie geworden mit momentan 64 befellten Füßen.

 

So schrieb ich eine neue Geschichte bei meinen Frauchen.

 

Wie gesagt, der kleine Zwerg blieb bei uns und hat uns auf seine Art und Weise  nochmal eine ganz andere Sicht über Hunde gegeben. Vor allem zum Thema Erziehung,

 

Hundesport und das alles mit einem ehemaligen Kofferraum Hund aus …. Kleinanzeigen.  Er hat uns in den aktiven Sport gebracht. Der kleine Lord hatte so viel Energie, dass man  gar nicht mehr wusste was noch tun. Also ein neuer Plan musste her.

 

Agility und Rally Obedience wurde das neue Zauberwort, was meine Töchter und mich  bis heute antreibt und nicht mehr loslässt. Wir trainierten und übten und der Kleine hat  einen riesen Spaß und war ab dem Tag endlich zufrieden zu stellen. Das reichte uns dann nicht mehr. Uns hat das Fieber gepackt und wir gingen auf Turniere. Was soll ich sagen?  Wir haben gewonnen und gewonnen und gewonnen. Meine Tochter ist in einem Jahr  von den Beginnern in die 3. Klasse aufgestiegen und hat die Begleithundeprüfung abgelegt  und sich damit zur Anmeldung auf das 1. Agility Turnier qualifiziert.

 

So meine lieben Leser, was ich damit zum Ausdruck bringen möchte, alles ist in einer Form  möglich. Ganz egal welche Vergangenheit ein Tier hat, es lebt im hier und jetzt.  Man muss „nur“ herausfinden, mit was man das Tier fördern und fordern kann. Dann wird  man ein starkes Team.

 

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei unserer Trainerin Kathrin Bidner bedanken,  die bestimmt zwischendurch die Verzweiflung im Gesicht stehen hatte, weil der kleine Lord seine  Aufgaben verstand - nur wir leider nicht und uns immer ein individuelles Training zukommen  lässt.

 

Vielen Dank

 

Gruß

 

Silke Walther

 

Pflegestelle vom Tierheim Kitzingen u. w.

 

 

 

Das schrieb Silke zu Weihnachten 2014:

 

Weihnachten & Der kleine Lord

 

Jeder möchte nur eins an diesem besonderen Tag im Jahr: Frieden. So auch unsere Tiere. Zumindest einer, den ich und meine Familie miterleben durften, hatte dieses Glück nicht.

 

Am Heiligabend um ca. 11 Uhr, bekam ich einen Anruf von Frau Drabant, ob ich nicht eine kleine Seele nehmen könnte, die gerade abgegeben wurde. Ich konnte natürlich nicht widerstehen und ging sofort schauen. Da lag das kleine vierbeinige Christkind, 1,8 kg schwer, total verängstigt, eingeschüchtert und mit den Nerven am Ende. Ein Dackelmix soll es sein, 10 Wochen alt.

 

Sein Leben begann schon unter den schlechtesten Bedingungen, die ein Tier nur haben kann, bei einem Massenvermehrer, viel zu früh von der Mutter getrennt.

 

Keine soziale Prägezeit mit den Geschwistern. Aus dem Ausland nach

 

Deutschland verfrachtet, wieder an einen Fremden und dann ein schönes Bild auf Ebay Kleinanzeigen mit seinen „Geschwistern in der idyllischen Hausaufzucht“.

 

Obwohl die Medien überall warnen, Tierschutzvereine und Organisationen

 

Aufklärungsarbeiten auf allen Ebenen leisten, werden immer noch diese armen Wesen auf diesen Plattformen gekauft.

 

So auch unser kleiner Lord. Unbedacht am 23.12.14 gekauft, ohne jede

 

Vorbereitung und Ahnung mit nach Hause genommen, um dann festzustellen, dass so ein Welpe - wie alle Welpen, weder stubenrein ist, noch sich einfach ins Körbchen legt und schläft. Zum Glück hat jetzt die Vernunft gesiegt und die Käufer haben das Tier nicht einfach „entsorgt“ in Wald und Flur, sondern haben ihn ins Tierheim Kitzingen gebracht. Ab jetzt begann der Kampf um sein Leben.

 

Der kleine Lord war noch niemals 10 Wochen alt. Geschätzt ca. 5 Wochen. Sein Körper konnte mit normaler Nahrung noch nicht viel anfangen. Es folgten viele Wochen mit Durchfall, Parasitenbekämpfung und den Welpen mit der Welt vertraut zu machen, um ihm endlich einen Start als normalen Hund zu ermöglichen. Meinen Kindern und eigenen Tieren danke ich aus ganzem Herzen für diese tolle Hilfe, die jeder Einzelne von den Kindern, Hunden, Katzen und Nagern geleistet hat und noch leistet. Ja, wir konnten uns von diesem Goldstück nicht mehr trennen, da er immer noch Magen-Darmprobleme hat, was Spezialfutter erfordert, was bei solchen Massenzuchten „normal“ ist, auch das wird von den Händlern in Kauf genommen, dass solche Tiere mitunter ihr ganzes Leben Probleme mit Magen-Darm, Augen und Ohreninfekten haben. Auch allergische Reaktionen beim Impfen waren zu verzeichnen.

 

Das alles hat unseren Entschluss gefestigt, dieses kleine Wesen nicht noch einmal in eine fremde Umgebung zu schicken. Jetzt, acht Wochen nach Weihnachten, hat es der kleine Lord geschafft, er ist jetzt stubenrein und kann sich an seinem jungen Leben erfreuen. Ich möchte nicht mit erhobenem Zeigefinger dastehen, sondern nochmals an diesem Beispiel zeigen, dass ein Tier, welches aus einer seriösen Organisation oder vom Züchter kommt, sein Geld kostet, da hier alles getan wird, was ein Welpe braucht und man sich als verantwortungsvoller Hundebesitzer auch Fragen stellen lassen muss um sicher zu gehen, ob denn überhaupt dieses Tier zu einem passt oder nicht. Wenn sich dabei herausstellt, dass man nicht der Richtige ist, sollte man sich das zu Herzen nehmen und dankbar sein, nicht noch ein Wesen unglücklich gemacht zu haben.